Familienfest in der Herkunftsfamilie

„Mythen der Völker“ oder: Eine Film- und Vortragsreihe von Hannes Heer

Die Methode der Familienrekonstruktion führt die Teilnehmer zurück in die individuelle Geschichte ihrer Personenwerdung und öffnet den Blick für den Zusammenhang dieses Prozesses mit den Konstellationen der Herkunftsfamilie wie mit der kollektiven Geschichte und den Mythen des Volkes, zu dem wir gehören.

Sie führt uns zu vergessenen Orten und Landschaften, sozialen Schicht- oder Klassenverhältnissen, religiösen Überlieferungen und profanen Traditionen, Volksfesten und Familienritualen.

Sie erinnert uns an Erfahrungen und Prägungen der Generation, in der wir aufgewachsen und mit der wir erwachsen geworden sind. Und sie lässt uns noch einmal die Muster erkennen, mit denen die Familiensippe wie der Generationsverband auf existentielle Fragen und Krisen reagiert hat – auf Tod und Leben, sozialen Abstieg oder berufliches Scheitern, politische Katastrophen wie Krieg, Diktatur, Völkermord, Flucht und Vertreibung, moralische Schuld und versuchte oder unterlassene Wiedergutmachung.

  • Wer waren „meine Ahnen“, die mich schon früh gesehen und ein Leben lang begleitet haben?
  • Gab es Vorbilder, die zu meinen „Helden“ beim Erwachsenwerden und danach geworden sind?
  • Gab es die „Weisen“, die mir die Räume zu einer Religion, zur Spiritualität, zu einem moralischen Wertesystem oder einer politischen Überzeugung eröffnet haben und die daher zu „Mittlern“ zwischen dem Alltagseinerlei und einer jenseits davon existierenden Welt wurden?

Diesen „Gesetzen des Lebens“ und deren Repräsentanten ist der Historiker und Filmregisseur Hannes Heer, auf einer Reise um die Welt, in der für das ZDF produzierten und 1988 ausgestrahlten sechsteiligen Filmreihe „Mythen der Völker“ nachgegangen.

Bei den Hopi in Arizona, den Shuar in Ecuador, bei den Dogon in Mali, den Aborigines in Australien, bei den Yatmul in Papua-Neuguinea und den Limbu in Nepal an der Grenze zu Tibet hat er versucht, Antworten zu finden auf die Fragen:

  • Was sind Mythen und was erzählen sie?
  • Wie haben diese Überlieferungen aus der Urzeit dem Leben der frühen Menschheit eine Ordnung und einen Sinn gegeben?
  • Was ist davon bei den letzten noch existierenden sogenannten „Naturvölkern“ übriggeblieben?

Dieser „ethnologische Blick“ verwandelt sich von Film zu Film, wie bei einer Überblendung, zu der überraschenden Entdeckung, dass viele dieser Mythen auch in unserer modernen Welt und deren „Realitätsprinzip“ noch präsent und prägend sind und endet in der verwirrenden Gewissheit –„das meint mich“.

Die siebenteilige Film- und Vortragsreihe „Mythen der Völker“ richtet sich an Personen, die neugierig sind, mit einem fremden Blick aus der Urzeit auf ihr gegenwärtiges Leben zu schauen oder die schon bereit sind, im Rahmen eines Wochenendseminars und mit der Methode der Familienrekonstruktion sich auf diese Reise zurück und nach vorne, zu neuen Perspektiven zu begeben.

Termine

6 Termine jeweils von 19.30 bis 21 Uhr, der erste Termin geht etwa bis 21.30 Uhr + 1 Workshop für alle Besucher der Filme.

18.01.2018
„Es wurde gesagt, dass es so ist“. Die Totalität der Mythen als Geschenk der Ahnen. Yatmul/Papua -Neuguinea (Vortrag: 45 Minuten, Film: 30 Minuten)

15.02.2018
„Zuerst gab es nur den Schöpfer“. Schöpfungs- und Weltuntergangsmythen bei den Hopi/Arizona (Einführung: 15 Minuten, Film: 30 Minuten)

22.03.2018
„Der Schmied kam vom Himmel“. Kulturheroen und die Gesetze des Lebens am Beispiel der Dogon/Mali (Einführung: 15 Minuten, Film: 30 Minuten)

19.04.2018
„Der Tod gebiert das Leben“. Sterben als Bedingung für Leben: Die Kultur der Kopfjagd bei den Shuar/ Ekuador (Einführung: 15 Minuten, Film: 30 Minuten)

24.05.2018
„Reisende zwischen Himmel und Erde“. Die Schamanen der Limbu/Nepal– Spezialisten der Einheit der Welten (Einführung: 15 Minuten, Film: 30 Minuten)

21.06.2018
„Die Traumzeit lebt“. Die Unvergänglichkeit der Zeit. Die Aborigines in Australien (Einführung: 15 Minuten, Film: 30 Minuten)

20.10.2018 von 16 bis 21 Uhr
Workshop für alle Besucher der Filme. (Film: Joseph Beuys/Workshop: In welchem Mythos lebe ich?

Ort

Praxengemeinschaft Borselstrasse 7, 22765 Hamburg

Kosten

Pro Film/Vortrag 15.-
Film/Workshop 50.-
Gesamtpreis für 7 Termine: 110.-

Anmeldung für einzelne Vorträge oder für die gesamte Reihe über ursula.boehm@ispf-hamburg.de.

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