Aufgabe der Stellvertretung

Aufgabe der Stellvertretung

In unseren Aufstellungen nutzen wir Stellvertretungen, z.B. für bestimmte Personen in einem Familiensystem oder für innere Anteile des Klienten, um unbewusste Zusammenhänge im Klienten oder dessen Familiensystem sichtbar zu machen. Auch der Klient selbst kann zunächst durch eine Stellvertretung repräsentiert werden.

Die Klientin oder der Klient stellen die Stellvertretungen im Raum auf entsprechend ihres ganz eigenen Blicks auf eine Problemsituation.

Was ist die Aufgabe der Stellvertretung?

Als Stellvertretung brauchst du dabei gar nicht viel zu tun.

Allein dadurch, dass du mit den anderen Stellvertretungen in einem Bild aufgestellt wirst, wirst du bestimmte Empfindungen, Impulse oder körperlichen Eindrücke haben.

Deine Aufgabe ist lediglich, in dich hineinzuhorchen, was sich da meldet und was du spürst. Diese Erfahrungen teilst du dann mit.

Mehr ist es nicht.

Einfache Aussagesätze, eigentlich ganz nüchterne Beschreibungen, sind es, wie z.B. „Mir wird ganz warm“, „Ich fühle mich traurig“, „Ich möchte mich am liebsten hinlegen“, „Ich will mich verändern an meinem Platz“, etc.

Und du kannst dabei gar nichts falsch machen.

Im Gegenteil – am besten ist es sogar, wenn du außer den wesentlichen Fakten (Ich stehe für die Schwester, die immer im Vordergrund stand) wenig über die Klientin oder den Klienten oder die Person oder den Anteil weißt, den du in der Aufstellung repräsentierst.

Je weniger du weißt, umso weniger kannst du interpretieren, was da wohl gewesen ist.

Sondern schilderst einfach, wie es dir gerade hier und jetzt mit den anderen Stellvertretungen in dem Aufstellungsbild geht.

Und du hast als Stellvertretung auch eine ganze Menge davon, denn natürlich lernst du in der Stellvertretungsposition richtig viel über dich selbst.

Denn wahrscheinlich wirst du nicht von ungefähr von der Klientin oder dem Klienten für eine bestimmte Person oder einen eigenen inneren Anteil ausgewählt. Sicher gibt es da einige Überschneidungspunkte und deshalb kannst du deine Erfahrungen auch auf dich selbst übertragen.